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Jahresüberblick

Freitag, 12. Januar 2007

Wynona abgesetzt; Melina wird läufig

Heute bin ich total unglücklich. Der Isländerstall rief an und teilte mir auf dem Anrufbeantworter mit, dass die Pferde jetzt getrennt wären. Leider konnte ich erst gegen 17.00 Uhr bei Nakita auf der Wiese sein. Es hat fürchterlich geregnet und gestürmt. Meine arme Stute lief schon dem Auto ganz aufgeregt entgegen und war völlig aufgelöst. Wahrscheinlich hat sie gehofft, dass wir ihr Fohlen mitbringen. Nakita, die sonst immer total ruhig und zutraulich ist (sieht man ja auf den Fotos) ließ sich noch nicht einmal mehr anfassen. Panikartig wich sie meiner Hand aus und war extrem schreckhaft und aufgewühlt.

Ich konnte sie ein wenig beruhigen und wollte ihr Euter kontrollieren. Leider ließ sie es sich nur ganz kurz gefallen, aber es hat gereicht um festzustellen, dass es ganz hart und warm war. Sie stand auch mit aufgezogenem Rücken und eingeklemmten Beinen da. Sie tat mir so leid. Sie stand da völlig durchnäßt in dem Sturm und hatte ihr "Panikgesicht". In diesem Zustand ist sie kaum ansprechbar. Ich habe sie nur einmal nach einer schlimmen Klopperei so erlebt, als sie sich eine böse Verletzung im Gesicht zugezogen hatte (ein langer Schnitt knapp am Auge vorbei; der Tierarzt mußte kommen).

Ich hasse diese "Naturhaltung". Die Pferde stehen entlang einer Eisenbahnlinie weitab von irgendwelchen Häusern, haben keinen Unterstand (nicht so wie anfangs versprochen), die Wiese steht bei starkem Regen total unter Wasser und das Heu wird gerade so auf den Boden geschmissen. Es wird auch nie abgeäppelt und vorne ist nur noch Matsch. Ich könnte mich ohrfeigen, dass ich meinen Pferden dies zumuten muss. Blauäugig wie ich war, habe ich einen festen Vertrag einschließlich April unterschrieben, sonst wären wir schon längst wieder zurück auf dem Lindenhof.

Als wir gefahren sind, hat Nakita fieberhaft ein Loch im Zaun gesucht und wollte uns nach; oder Wynona suchen? Ich kann nur hoffen, dass sie es nicht schafft auszubrechen. Nicht auszudenken, wenn sie auf der Bahnlinie rumlaufen täte. Dort fährt zwar nur ganz selten ein Ausflugs- und Bummelzug, aber bis das einer bemerken täte, wäre bestimmt schon was passiert. Um Wynona zu suchen, fehlte dann leider die Zeit. Es war schon stockdunkel geworden. Leider habe ich auch nicht so viel Geld, dass ich jetzt 2 Pensionen bezahlen kann. Ich kann nur jeden warnen, Versprechungen eines Stallbetreibers so einfach zu glauben und nie von Anfang an einen langfristigen Vertrag eingehen! Wenn man dann merkt, dass nicht alles Gold ist was glänzt, ist es schon zu spät. Ich glaube, heute nacht werde ich kein Auge zutun.

Ich finde diese Art des Absetzens auch grausam. Bei den Hunden würde mir ein solch abruptes Vorgehen nie einfallen. Die Welpen werden nach und nach abgesetzt und zum Schluß ist es ihnen wirklich egal. Die Milch der Hündin geht dann ganz langsam zurück, genau wie die Nachfrage (es gibt ja schon Fleisch und das schmeckt ihnen auch dann besser) und es gab bei uns nie Probleme mit dem Gesäuge. Das Ganze zieht sich auch dann über Wochen hin.

Sollten wir in ein paar Jahren wieder ein Fohlen bekommen, werde ich nicht mehr auf die sog. "Fachleute" hören und eine solche Vorgehensweise nie mehr praktizieren. Sie dient nur der Massenabfertigung und ist nur für den Menschen bequem und einfach. Nun kann ich nur noch auf die Robustheit meiner Pferde vertrauen, dass sie diesen Winter ohne größeren Schaden überstehen.

Vielleicht hat jemand schon Erfahrung mit dem Absetzen von Fohlen gemacht und mir ja ein bißchen Mut und Trost zusprechen? Vielleicht sehe ich das Ganze zu "vermenschlicht?" 

Ps: entgegen anderweitiger Mutmaßungen möchte ich an dieser Stelle noch anmerken, dass wir absolut nicht "hundezuchtmüde" geworden sind. Shelties züchten macht uns immer noch sehr viel Spaß und ich freue mich auch noch nach 26 Jahren Zucht über meine Hunde und ihren Nachwuchs und ich liebe immer noch den Kontakt mit "meinen" Hundeleuten.

Den "Beweis" werden wir wohl bald antreten, denn unsere Melina scheint läufig zu werden. Sie soll in diesem Frühjahr ihren letzten Wurf bekommen. Ich werde wohl am besten zuerst an Melinas Seite weiterarbeiten, damit man sie kennenlernen kann. Sie ist die Hündin unseres Sohnes und wirklich ein Hund mit einem bombenfesten Wesen. Aber dazu dann mehr auf ihrer Homepageseite.