Archiv der letzten 6 Monate

Jahresüberblick

Freitag, 19. Januar 2007

Besuch bei Nakita, Läufigkeit von Melina

Heute morgen habe ich Nakita besucht. D.h. ich wollte sie besuchen, aber sie war nicht mehr auf ihrer alten Weide. Die stand zur Hälfte unter Hochwasser und der Rest war patschnass. Auch eine der Isländerstuten fehlte. Die verbliebenen 6 Pferde standen auf einer kleinen Anhöhe. Ich bin zum Stallbetreiber und habe gefragt, wo mein Pferd steht. Er erklärte mir, Berg hoch, durch den Wald (auf einem Waldweg) ...... Auf jeden Fall habe ich es anfangs nicht gefunden. Zuerst musste ich mein Auto stehenlassen, weil es auf den glitschigen Wegen hängenblieb (ich habe keinen Geländewagen). Bei dem Orkan war ich nach einer Stunde suchen und laufen klatschnass. Die nasse Hose klebte an meinem verbundenen Knie (seit 8 Wochen kuriere ich einen Bänderanriss aus) und mir tat das Gelenk mittlerweile höllisch weh. Doch ich wollte unbedingt meine Stute sehen und wissen, wie es ihr geht. Außerdem hatte ich ein wenig Futter dabei und das wollte ich ihr auch unbedingt geben, wenn ich schon so lange gesucht hatte.

Von weitem sah ich ein langes rotes Dach auf einer Lichtung mitten im Wald. Ich freute mich schon, dass sie endlich einen Unterstellplatz hat. Gerade bei diesem extremen Sturm. Die Bäume haben unheimlich gewackelt und es herrschte ein fürchterlich lautes Getöse. Ich hatte auch Angst; es wurde ja überall davor gewarnt, in den Wald zu gehen.

Als ich endlich dort angekommen bin, war ich total enttäuscht. Es stand zwar ein ganz langes Gebäude (eine Art Offenstall) da und auch noch ein weiteres altes Gebäude, aber die Pferde waren davon weggezäunt. In dem alten Stall war uraltes Heu aufgetürmt, genauso wie in dem neuen Gebäude. Die Pferde konnten sich nirgends unterstellen. Meine Nakita sieht aus wie durch den Kakao gezogen und was mich total beunruhigt hat (ich habe es auch noch nie bei ihr gesehen) sie hat am ganzen Leib gezittert und war wieder völlig durch den Wind. Ich weiß nicht, ob das Zittern von der nassen Kälte oder vor Angst war. Ich weiß auch nicht, seit wann sie dort steht und ob man vielleicht auch grob mit ihr war. Sie muss ja immerhin auf einen Hänger verladen worden sein. Das Heu (hoffentlich nicht das alte gammelige) ist dort in einer Art Holzkompostbehälter (ohne Dach) und war völlig durchnässt. Auch um diese beiden Behälter rum ist nichts befestigt, so dass die Pferde total im Matsch stehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine solche Haltung tierschutzgerecht ist. Ich habe auch Angst, dass dort ein Baum umfallen könnte oder so.

Das Fohlen Wynona steht unten beim Stall. Ich habe Angst, dass wenn es zum Streit kommt, sie das Fohlen als eine Art Pfand nicht mehr rausrücken, sollte ich Nakita einfach wegbringen. Vielleicht rufe ich mal bei der FN an und es gibt vielleicht so eine Art Mindestanforderung für Pferdehaltung. Ich zahle pro Pferd jeden Monat 130 € (zusammen also 260 €). Ich finde selbst 50 € sind für so eine Haltung schon zu viel. Es ist auch zu blöd, dass es so ein nasser Winter ist. Ich dachte, ich tue meinen Pferden was Gutes. Ich habe schon im Internet nach ähnlichen Fällen gesucht, aber nichts richtiges gefunden. Ich wäre froh, ich käme aus diesem Vertrag vorzeitig raus. Auf dem Lindenhof würden sie sofort eine große Aussenbox freimachen. Dort mochten sie die Curlys unheimlich gerne und waren sehr stolz auf sie.

Es gibt absolut keine Unterstellmöglichkeit

Es gibt absolut keine Unterstellmöglichkeit! Man sieht, wie klatschnass Nakita ist.

Das Heu ist auch nass und der Platz drumrum total sumpfig und verschissen

Das Heu ist auch ganz nass und drumherum ist alles versumpft und verschissen

Vielleicht frage ich auch mal einen Amtsveterinär. Ich bin eigentlich ein ganz friedliebender Mensch und ich wäre froh, wenn das alles ohne Krach und Anwalt und so abginge. Aber nach dem Streit mit dem angeblichen Hufemachen glaube ich da nicht mehr dran.

Aber jetzt mal zu den Hunden. Ich habe mich heute mit der einen Rüdenbesitzerin in Verbindung gesetzt und habe mich jetzt eigentlich auf den zukünftigen Bräutigam für unsere Melina festgelegt. Ich denke Anfang bis Mitte der nächsten Woche wird es wohl soweit sein. Ich freue mich schon. Sobald es geklappt hat, werde ich Bilder und Infos in der Wurfplanung veröffentlichen.

Allerdings hatte ich heute auch einen sehr traurigen Anruf. Als wir vor Jahren beschlossen haben, keine Collies mehr zu züchten, habe ich u.a. auch unsere damals 7 jährige Hannah (Uppisch vom Hause Reinhard) an eine nette Familie abgegeben. Sie hatten schon Collieerfahrung und mir auch bis jetzt jedes Jahr Urlaubspost geschickt. Schon weit vor der Abgabe hatte ich Hannah kastrieren lassen, damit sie nicht von jemand als Zuchthündin benützt wird. Sie hatte bei uns nie Babys (wir wollten keine mehr) und war aber immer kerngesund. Die neue Familie rief schon vor 2 Tagen mal an und erzählte mir, dass Hannah irgendwie kränkeln täte. Sie hätte Fieber und es ginge ihr allgemein schlecht. Heute kam dann der Anruf, dass sie eine Notoperation hatte, weil bei der damaligen Kastration (wie es zumindest aussieht) ein Tampon im Bauchraum vergessen worden war. Dieser hatte sich wohl zuerst abgekapselt und war nun im Begriff sich aufzulösen. Die Familie hätte jetzt gerne von meinem operierenden Tierarzt von damals den Namen und Adresse. Sie möchte die Unkosten ersetzt haben. Ich weiß im Moment gar nicht mehr mit absoluter Sicherheit (nach über 4 Jahren) welcher Tierarzt das damals war. Ich lasse mir auch nie Rechnungen geben, sondern bezahle immer alles gleich in bar. Es gibt keinerlei Unterlagen oder Beweise auf meiner Seite. Im Laufe eines Züchterlebens hat man es wirklich nicht leicht und es kommen manchmal Situationen auf einen zu, mit denen hat man nicht gerechnet. Ich zu meinem Teil hoffe vor allen Dingen, dass sich Hannah wieder gut erholt. Sie ist nun 10 1/2 Jahre alt und hat ja noch einen guten Teil ihres Lebensabends vor sich. Ich bin mal gespannt, wie das weitergeht. Selbst in der Humanmedizin passieren solche Nachlässigkeiten und meistens bekommen die Geschädigten, wenn überhaupt, erst nach Jahren ein bisschen Geld.