Das erste Jahr
Die neue Herde und der erste Herbst auf dem Lindenhof
In den ersten Monaten nach ihrer Ankunft wurde Nakita in eine kleine Stutenherde auf dem Lindenhof eingewöhnt. In dieser Gruppe war sie die Jüngste und Kleinste und hat sich auch ganz schnell untergeordnet. Mit der Leitstute war "nicht gut Kirschen essen"; aber zum Glück war diese schon hochschwanger und demzufolge ziemlich träge, so dass die kleine schnelle Nakita ihr auf der riesigen Wiese gut ausweichen konnte. Aber auch zu den anderen Stuten hielt sie in der Zeit meist ein wenig Abstand.
Für uns war sie in dieser Zeit unglaublich gut zu haben und total lieb. Sie kam einem auf der Wiese immer entgegengelaufen und ließ sich auch anstandslos ohne ihre Artgenossen zum Spaziergang mitnehmen. Sie hatte auf diesen Ausflügen absolut keine Angst. Weder die Autos noch der Traktor konnten sie erschrecken. Sie lief immer brav und vertrauensselig mit. Von Anfang an war sie sehr menschenbezogen. Ab und zu hatten wir auch einen oder mehrere unserer Hunde dabei und auch mit diesen war sie nur ein bißchen neugierig, aber nie agressiv. Die einzigen kritischen Situationen waren nur dann, wenn wir an benachbarten Pferdewiesen vorbeispazierten und die anderen Pferde angerannt kamen. Da hat sie auch noch bis heute meistens großen Respekt.
Wir haben mit ihr in dieser Zeit das Stillstehen auf dem Putzplatz, Hufegeben und Putzenlassen geübt. Auch den Hufschmid lernte sie regelmäßig zum Hufeausschneiden kennen. Dabei fiel ihr das auf drei Beinen stehen noch schwer und man mußte aufpassen, dass sie sich nicht mit ihrem ganzen Gewicht auf einen drauflehnt (macht sie bis heute noch gerne).
Nakita hatte in dieser Zeit auch viel Besuch. Jeder war auf das Curly gespannt und alle waren von dem hübschen und netten Pferd begeistert.
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Der erste Winter in Deutschland
Im November wurden alle Pferde auf dem Lindenhof aufgestallt. Nakita wurde anfangs zusammen mit ihrer Freundin Joy in eine Außenbox für 2 Pferde eingestellt. Doch ich merkte sehr bald, dass Nakita auf engem Raum zuviel gemobbt wurde. Als es dann bei einem Ausweichversuch zu einem kleinen Unfall kam, beschlossen wir schweren Herzens, sie in einer Einzelbox unterzubringen. Diese Außenbox lag direkt beim Putzplatz und sie hatte auch einen netten Stallnachbarn (einen älteren Haflingerwallach) der ständig mit ihr flirtete. Ich hatte jedenfalls das Gefühl, dass sie sich dort sehr wohl fühlte. Sie hatte ihr Futter für sich alleine, konnte alles beobachten und sich auch mal in Ruhe hinlegen. Es gab immer noch frische kalte Luft, aber man blieb trocken.
Wir besuchten sie fast jeden Tag und brachten ihr Extrafutter mit Biotin und Obst mit. Leider fing sie in dieser Zeit ein wenig mit Strahlfäule an. Durch die ungewohnte Boxenhaltung hatte sie so viel Energie, dass die Spaziergänge immer schwieriger wurden. Sie versuchte sich immer loszureißen und war auch zunehmend zickiger. Da uns das zu gefährlich wurde, ließen wir sie so oft es ging in der Reithalle oder auf dem Außenplatz laufen. Auch die Winterwiesen darf man benutzen. Nur wenn man dann ein einziges Pferd zum Rausstellen hat, klappt das auch nicht. Als es immer kälter wurde und der Boden immer mehr einfror, wurde auch das Laufenlassen im Freien zu gefährlich. Sie lief einfach zu ungestüm los und fiel 2 mal ganz übel hin. Hätten wir in dieser Zeit auch nur geahnt, dass Nakita tragend ist, so wäre der Schreck wohl noch größer gewesen.
Um Nakita ein wenig geistig anzuregen, haben wir in der Halle öfter Übungen wie "zurück", "vorwärts" und "steh" gemacht. Auch über Plane und Stangen laufen. Wir gingen durch die anderen Ställe spazieren und probierten auch mal das Laufband aus. So verging auch der Winter wie im Flug und im Mai ging es wieder mit der Herde raus.
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Bildansichten

Spaziergang im Schnee - im Winter wird es schon so
früh dunkel (im Hintergrund der Lindenhof)
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Der Schnee ist weg, mal schauen wo der Frühling bleibt
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